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Das war ein interessanter Sonntagsbesuch!

Horst Fick, Nadine Witt, Holger Dabelstein und Harald Nagel (v.l.n.r)Ein Polizeidirektor a.D., ein ehemaliger Korpsstudent und ein ehemaliger landwirtschaftlicher Auszubildender ...
Was verbindet drei völlig unterschiedliche Männer mit der Ostseeinsel Fehmarn, die in Hemmelsdorf leben - einem kleinen Ort nördlich der Hansestadt Lübeck?
Die Lösung ist so skurril wie interessant für mich: der Frauenmörder Arwed Imiela. Alle drei lasen das Buch „Der Blaubart von Fehmarn" und nahmen Kontakt zu mir auf.
Dank dieser Herren, Horst Fick (links im Bild), Holger Dabelstein (Mitte) und Harald Nagel (rechts im Bild) hatte ich vergangenen Sonntag ein sehr informatives Treffen. Denn jeder von ihnen erzählte mir seine ganz persönliche Geschichte über das, was sie vor über vier Jahrzehnten durch oder mit Arwed Imiela erlebten und das sie dadurch verbindet.
Horst Fick kam durch seine landwirtschaftliche Lehre nach Fehmarn. Auf dem Betrieb in Altjellingsdorf lernte er eine Dame kennen, die mit Arwed Imiela liiert war. Sie kann wohl von Glück reden, dass sie nicht eines der armen Opfer des hinterlistigen Frauenmörders wurde und sich auch heute noch bester Gesundheit erfreut.
Harald Nagel ist ein ehemaliger Korpsstudent, der Imiela persönlich auf einem Verbindungstreffen auf Fehmarn kennenlernte. Die Waffenstudenten trafen sich regelmäßig einmal pro Monat an den Wochenenden. Nagel beschreibt Imiela als eine imposante Erscheinung und als sehr spendabel.
In der Gaststätte „Felgentreu" – heute „Burg-Klause" – lernte Nagel den Jäger kennen. Dieser gab an, als Studierter ebenfalls einer Verbindung anzugehören. Doch gab Imiela eine Hamburger Verbindung an, die es gar nicht gab...
Das weckte Misstrauen!
Holger Dabelstein ist seit einem Jahr außer Dienst. Doch zuvor fungierte er als Polizeidirektor des Kreises Ostholstein. Im Rahmen seiner Polizei-Ausbildung besuchte er 1970 eine Gerichtsverhandlung in Lübeck „in der Sache Imiela". Er brachte mir bei unserem Treffen am Sonntag die 36. Auflage des Strafgesetzbuches mit Beck'schen Kurz-Kommentaren mit, quasi einen Leitfaden durch die deutschen Gesetze. Die Auflage, die in Imielas Fall zugrunde gelegt wurde, gibt es leider nicht mehr. Doch hat folgender Satz aus §211 auch damals schon für Imiela gegolten: „Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen ... einen Menschen tötet."
Doch hatten die Beck'schen Kurz-Kommentare für Imiela eine noch viel tiefergehendere Bedeutung. Dieses Geheimnis werde ich sicherlich eines Tages, jedoch nicht heute, verraten ...
Meine Besucher schwelgten in Erinnerungen und ließen mich teilhaben an ihrer Gedankenwelt. So ging nach zweieinhalb Stunden angeregter Diskussionen ein hochinteressanter Sonntag für mich zu Ende, und noch lange nach der Verabschiedung der Hemmelsdorfer kreisten meine Gedanken um Arwed Imiela.
Nicht nur 1973, sondern auch heute noch, nach über vierzig Jahren, ist das Thema um den einstigen Frauenmörder Arwed Imiela, der Teile der Leichen in einer Ludergrube vergrub, in Bewegung.
Ich bin sehr gespannt darauf, wohin mich die Reise im Fall Imiela noch führen wird ...

 

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