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"Der Blaubart von Fehmarn lebt!"

... Wenn auch nur in Erinnerungen …

Er wird in Erzählungen so lebhaft dargestellt, als würde er noch heute, hinter einem Strauch oder einem Baum versteckt, auf sein nächstes Opfer lauern.

Eine Gänsehaut überkommt mich. Genau wie vor drei Jahren, als ich mich das erste Mal mit dem einstigen Frauenmörder Arwed Imiela beschäftigt habe.

Und wie bei einem Déjà-vu-Erlebnis wird erneut bei meinen Gedanken an verscharrte Leichenteile der Fehmarn-Knust unheilvoll in einen dicken, von Nebelschwaden verhangenen Umhang, gehüllt.

„Die Luft riecht ganz komisch“, sagt mein Sohn.

Es ist früher Abend und die Sonne wird schon bald irgendwo hinter einem milchigen Horizont hinter einer Nebelwand verschwinden und das letzte Tageslicht verschlucken.

Meine Augen huschen hektisch über den Hof hin und her. Was genau erwarte ich zu sehen? Dass im nächsten Moment hinter der Scheune ein großer, starker Mann in Jägerkleidung hervorspringt und mir ein Messer an die Kehle hält? Doch dann passiert es.

Plötzlich packt mich von hinten eine große Hand fest an der Schulter. Heiß schießt mir das Blut durch den Körper und jagt mir das Adrenalin bis in die kleinste Zelle. Meine Beine versagen den Geist. Ich gehe in die Knie vor Schreck. Ein Aufschrei hallt durch die von Nebel gesättigte Abendluft. War ich das?

Mein Sohn lacht: „Mama…“, kommt es vorwurfsvoll. Mein Lebensgefährte lächelt mich schelmisch an und freut sich „einen Keks“, dass er es geschafft hat, mich so zu erschrecken − dass er mich sogar in die Knie gezwungen hat. Er konnte ja nicht wissen, was mir soeben durch den Kopf ging …

Vor drei Jahren fanden genau durch ähnlich kühles Wetter und starkem Nebel die ersten Zeilen Einlass in den Kriminalroman, den ich nach einer wahren Begebenheit geschrieben habe: „Der Blaubart von Fehmarn“.

Sollte das etwa ein Zeichen für mich sein? Imiela wird ja wohl kaum durch die Unterwelt Kontakt zu mir aufgenommen haben …

Doch scheint das Thema „um das scheußlichste Kapitalverbrechen der Nachkriegszeit“ (Zitat: Fehmarnsches Tageblatt, 1970) noch immer nicht verarbeitet worden zu sein.

Der Mythos um den Frauenmörder Imiela, der seine Opfer zerstückelte, um die Leichenteile 1969 in einem Erdloch zu vergraben, hat mein Leben verändert. Dadurch kreisen meine Gedanken oft um das Unfassbare, wozu dieser Mensch fähig war, um seine egoistischen Bedürfnisse auf bestialische Weise zu befriedigen.

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