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Artikel nach Datum gefiltert: Juni 2017

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Interessantes Interview mit Oberregierungskriminalrat a.D. Georg Schulz

Gruppenbild Georg SchulzSchulz Gespräch 2017Tief berührt und stark beeindruckt war ich von meinem Besuch bei Oberregierungskriminalrat a. D. Georg Schulz und seiner Frau im hessischen Walluf.

Im gesegneten Alter von 90 Jahren zeigte sich der rüstige Rentner in körperlich und geistig sehr guter Verfassung. „Das ist nicht selbstverständlich. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Schulz im Interview. „Ich muss wohl einen Schutzengel haben, der mich all die Jahre gut beschützt hat. Ich bin noch ganz gut beisammen, nicht wahr?“, scherzte er.

Schulz war durch seine damalige Polizeiarbeit mit dem Fall Imiela involviert. Trotz der vielen Jahrzehnte, die inzwischen vergangen sind, konnte er sich relativ gut an viele Details erinnern, die er am Tag unseres Treffens an mich weiter gab. Bei einem sympathischen Gespräch ließ er mich teilhaben an seinen Gedanken und Erinnerungen aus längst vergangener Zeit.

Im Kriminalfall Imiela fungierte Schulz als Vertreter von Otto Eggerstedt, dem Leiter der Mordkommission. "Der Fall Imiela war zu groß gewachsen für einen Kriminalhauptkommissar alleine", sagte mir Schulz. "Etliche Ermittlungsgruppen kamen zum Einsatz, da der Fall so außergewöhnlich umfangreich war. Die Ermittlungstätigkeit breitete sich sogar international bis nach Dänemark und Österreich aus."

Schulz sollte Eggerstedt zur Seite stehen, hauptsächlich aufgrund seiner Erfahrungen im Aktenaufbau aus der Nazizeit, die gerichtsfertig gemacht werden sollten.

Das Spannendste an der Geschichte ist aber wohl, dass Schulz der Einzige war, der Arwed Imiela jemals in seiner Zelle vernehmen konnte, beziehungsweise durfte! Imiela vertraute ihm. Aus diesem Grund hatte er sogar eine Erklärung bei Schulz abgegeben, die er auch unterschrieb. Doch durch seine hervorragende Verteidigerin Karin Pohl-Laukamp sollte das die einzige und letzte Erklärung gewesen sein.

Danach schwieg Imiela ... bis zuletzt.

 

Berufliche Laufbahn:

Im Jahre 1969 wurde Georg Schulz zum Kiminalhauptkommissar ernannt.

Den Titel Regierungskriminalrat bekam er am 8. Juni 1970. Zweieinhalb Jahre später, am 12. Dezember 1972, stieg Schulz auf zum Oberrregierungskriminalrat. Diese Bezeichnung gibt es heute nicht mehr.

Schulz fungierte 1980 als Vertreter des Direktionsleiters Eggersmann in Itzehoe. 1983 wurde er Leitender Direktor in Lübeck, bis er im Jahre 1987 in Pension ging. Nicht ohne Stolz erzählte er mir, dass er vom Staatssekretär ehrenvoll verabschiedet wurde.

 

Privates Glück:

Durch damalige Vorgaben innerhalb des Polizei-Regimes durfte Schulz erst ziemlich spät heiraten. 1950 war es dann so weit. Im August läuteten die Hochzeitsglocken, bevor im November das gemeinsame Zwillingspärchen das Licht der Welt erblickte.

Noch heute ist Georg Schulz glücklich verheiratet. Auch wenn seine Frau vor einigen Jahren das Augenlicht verlor, erfreuen sich beide bester Gesundheit.

 

 Schulz Interview 2017

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