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Nadine Witt

Verlobte des Frauenmörders Imiela meldet sich zu Wort - Treffen mit Ulrike Roland in Hamburg

Ulrike Roland 26.10.2017 HamburgVier Stunden lang saßen wir in einem Hamburger Restaurant und wurden es nicht müde, uns angeregt miteinander zu unterhalten.

Eine schlimme Zeit durchlebte Ulrike Ende der 60er und Anfang der 70er, ein wahres Martyrium. So oft haben wir einander schon getroffen, telefonieren auch heute noch regelmäßig. Aber sie jammerte oder beklagte sich nie.

In den Jahren nach ihrer Untersuchungshaft und dem ganzen Presserummel versuchte sie stets, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Heute lebt sie in einfachen Verhältnissen, strahlt aber dennoch eine tiefe Würde aus. Ich empfinde es immer wieder als erfrischend, Ulrike Roland zu treffen. Man kann gar nicht anders, sie ist eine Frau, die man einfach in sein Herz schließen muss. In ihrer bescheidenen und liebenswürdigen Art ist sie uneingeschränkt freundlich zu jedermann, dem sie begegnet.

Für alles und jeden findet sie offene Worte. Sogar über sich selbst.

 

Es waren die schönen Momente, an die sie sich zurückerinnerte. Diese nahmen den ganzen Raum in ihrer Gedankenwelt ein, malten sie bunt und ließen Erinnerung aufkommen, in denen das Licht heller strahlte, als es in Wirklichkeit der Fall war.

Ich fragte mich: Kann man den anderen Teil einfach so ausblenden? Kann ein Mensch blind sein gegenüber den Erlebnissen, die Trauer, Enttäuschung, Unsicherheit oder Unverständnis hervorriefen? Oder tut er es, um sich einfach nur selbst zu schützen?

Arwed tat Dinge, die Ulrike nicht verstand, aber sie hinterfragte sie auch nicht. Sie tat, was er von ihr verlangte, als wolle sie um jeden Preis an ihrem Glück festhalten.

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Präsentation neuer Texte aus dem zweiten Buch - Veranstaltung „Vier Jahreszeiten“ mit „FehmarnKultur“

Werbung Liebevoll_FehmarnKultur 2017Am Nachmittag der Veranstaltung war ich sehr aufgeregt. Lesungen hatte ich seit der Entstehung von „Der Blaubart von Fehmarn“ bereits einige. Doch dieser Tag sollte ein besonderer für mich sein. Denn ich hatte vor, zwei Textpassagen vorzulesen, die ich aus dem zweiten Buch herauskopiert hatte, das sich aktuell noch in seiner Entstehung befindet.

Claudia Czellnik führte souverän durch das abwechslungsreiche Programm. Vor allem die Vielseitigkeit des Nachmittags fand ich sehr interessant. Verschiedene Kunst- und Kulturschaffende Fehmarns präsentierten ihre unterschiedlichen Werke. Mit den eigentümlichen Klängen eines Didgeridoo wurde die Veranstaltung eingeläutet. Gänsehaut pur. Danach gab es ein Wechsel zwischen lustigen Gedichten, Kurzgeschichten, musikalischen Einlagen mit dem Didgeridoo oder Erklärungen über die Techniken von Aquarellen oder Ölmalerei passend zu jeder Jahreszeit.

Zu jeder Jahreszeit las ich jeweils im Wechsel einen Text aus „Der Blaubart von Fehmarn“ und aus dem zweiten Buch:

 FrühlingSommer_FehmarnKultur2017Herbst_FehmarnKultur2017Winter_FehmarnKultur2017

 

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Interessantes Interview mit Oberregierungskriminalrat a.D. Georg Schulz

Gruppenbild Georg SchulzSchulz Gespräch 2017Tief berührt und stark beeindruckt war ich von meinem Besuch bei Oberregierungskriminalrat a. D. Georg Schulz und seiner Frau im hessischen Walluf.

Im gesegneten Alter von 90 Jahren zeigte sich der rüstige Rentner in körperlich und geistig sehr guter Verfassung. „Das ist nicht selbstverständlich. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Schulz im Interview. „Ich muss wohl einen Schutzengel haben, der mich all die Jahre gut beschützt hat. Ich bin noch ganz gut beisammen, nicht wahr?“, scherzte er.

Schulz war durch seine damalige Polizeiarbeit mit dem Fall Imiela involviert. Trotz der vielen Jahrzehnte, die inzwischen vergangen sind, konnte er sich relativ gut an viele Details erinnern, die er am Tag unseres Treffens an mich weiter gab. Bei einem sympathischen Gespräch ließ er mich teilhaben an seinen Gedanken und Erinnerungen aus längst vergangener Zeit.

Im Kriminalfall Imiela fungierte Schulz als Vertreter von Otto Eggerstedt, dem Leiter der Mordkommission. "Der Fall Imiela war zu groß gewachsen für einen Kriminalhauptkommissar alleine", sagte mir Schulz. "Etliche Ermittlungsgruppen kamen zum Einsatz, da der Fall so außergewöhnlich umfangreich war. Die Ermittlungstätigkeit breitete sich sogar international bis nach Dänemark und Österreich aus."

Schulz sollte Eggerstedt zur Seite stehen, hauptsächlich aufgrund seiner Erfahrungen im Aktenaufbau aus der Nazizeit, die gerichtsfertig gemacht werden sollten.

Das Spannendste an der Geschichte ist aber wohl, dass Schulz der Einzige war, der Arwed Imiela jemals in seiner Zelle vernehmen konnte, beziehungsweise durfte! Imiela vertraute ihm. Aus diesem Grund hatte er sogar eine Erklärung bei Schulz abgegeben, die er auch unterschrieb. Doch durch seine hervorragende Verteidigerin Karin Pohl-Laukamp sollte das die einzige und letzte Erklärung gewesen sein.

Danach schwieg Imiela ... bis zuletzt.

 

Berufliche Laufbahn:

Im Jahre 1969 wurde Georg Schulz zum Kiminalhauptkommissar ernannt.

Den Titel Regierungskriminalrat bekam er am 8. Juni 1970. Zweieinhalb Jahre später, am 12. Dezember 1972, stieg Schulz auf zum Oberrregierungskriminalrat. Diese Bezeichnung gibt es heute nicht mehr.

Schulz fungierte 1980 als Vertreter des Direktionsleiters Eggersmann in Itzehoe. 1983 wurde er Leitender Direktor in Lübeck, bis er im Jahre 1987 in Pension ging. Nicht ohne Stolz erzählte er mir, dass er vom Staatssekretär ehrenvoll verabschiedet wurde.

 

Privates Glück:

Durch damalige Vorgaben innerhalb des Polizei-Regimes durfte Schulz erst ziemlich spät heiraten. 1950 war es dann so weit. Im August läuteten die Hochzeitsglocken, bevor im November das gemeinsame Zwillingspärchen das Licht der Welt erblickte.

Noch heute ist Georg Schulz glücklich verheiratet. Auch wenn seine Frau vor einigen Jahren das Augenlicht verlor, erfreuen sich beide bester Gesundheit.

 

 Schulz Interview 2017

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