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Nadine Witt

Präsentation neuer Texte aus dem zweiten Buch - Veranstaltung „Vier Jahreszeiten“ mit „FehmarnKultur“

Werbung Liebevoll_FehmarnKultur 2017

Lesung_Blaubart

Ich war ein wenig aufgeregt. Erstmalig las ich Textinhalte aus meinem zweiten Buch vor, das sich aktuell noch in seiner Entstehung befindet. Das war etwas sehr Besonderes für mich.

Zu dem Thema „Jahreszeiten“ präsentierten verschiedene Kunst- und Kulturschaffende Fehmarns von „FehmarnKultur“ ihre unterschiedlichen Werke. Claudia Czellnik führte dabei souverän durch das abwechslungsreiche Programm.

Vor allem diese Vielseitigkeit des Nachmittags fand ich sehr interessant. Mit den eigentümlichen Klängen eines Didgeridoo wurde die Veranstaltung eingeläutet. Gänsehaut pur. Danach gab es ein Wechsel zwischen lustigen Gedichten, Kurzgeschichten, musikalischen Einlagen mit dem Didgeridoo oder Erklärungen über die Techniken von Aquarellen oder Ölmalerei passend zu jeder Jahreszeit.

Passend zum Thema „Jahreszeiten“ las ich jeweils im Wechsel einen Text aus „Der Blaubart von Fehmarn“ und aus dem zweiten Buch vor:

 FrühlingSommer_FehmarnKultur2017Herbst_FehmarnKultur2017Winter_FehmarnKultur2017

 

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Interessantes Interview mit Oberregierungskriminalrat a.D. Georg Schulz

Gruppenbild Georg SchulzSchulz Gespräch 2017Tief berührt und stark beeindruckt war ich von meinem Besuch bei Oberregierungskriminalrat a. D. Georg Schulz und seiner Frau im hessischen Walluf.

Im gesegneten Alter von 90 Jahren zeigte sich der rüstige Rentner in körperlich und geistig sehr guter Verfassung. „Das ist nicht selbstverständlich. Dafür bin ich sehr dankbar“, so Schulz im Interview. „Ich muss wohl einen Schutzengel haben, der mich all die Jahre gut beschützt hat. Ich bin noch ganz gut beisammen, nicht wahr?“, scherzte er.

Schulz war durch seine damalige Polizeiarbeit mit dem Fall Imiela involviert. Trotz der vielen Jahrzehnte, die inzwischen vergangen sind, konnte er sich relativ gut an viele Details erinnern, die er am Tag unseres Treffens an mich weiter gab. Bei einem sympathischen Gespräch ließ er mich teilhaben an seinen Gedanken und Erinnerungen aus längst vergangener Zeit.

Im Kriminalfall Imiela fungierte Schulz als Vertreter von Otto Eggerstedt, dem Leiter der Mordkommission. "Der Fall Imiela war zu groß gewachsen für einen Kriminalhauptkommissar alleine", sagte mir Schulz. "Etliche Ermittlungsgruppen kamen zum Einsatz, da der Fall so außergewöhnlich umfangreich war. Die Ermittlungstätigkeit breitete sich sogar international bis nach Dänemark und Österreich aus."

Schulz sollte Eggerstedt zur Seite stehen, hauptsächlich aufgrund seiner Erfahrungen im Aktenaufbau aus der Nazizeit, die gerichtsfertig gemacht werden sollten.

Das Spannendste an der Geschichte ist aber wohl, dass Schulz der Einzige war, der Arwed Imiela jemals in seiner Zelle vernehmen konnte, beziehungsweise durfte! Imiela vertraute ihm. Aus diesem Grund hatte er sogar eine Erklärung bei Schulz abgegeben, die er auch unterschrieb. Doch durch seine hervorragende Verteidigerin Karin Pohl-Laukamp sollte das die einzige und letzte Erklärung gewesen sein.

Danach schwieg Imiela ... bis zuletzt.

 

Berufliche Laufbahn:

Im Jahre 1969 wurde Georg Schulz zum Kiminalhauptkommissar ernannt.

Den Titel Regierungskriminalrat bekam er am 8. Juni 1970. Zweieinhalb Jahre später, am 12. Dezember 1972, stieg Schulz auf zum Oberrregierungskriminalrat. Diese Bezeichnung gibt es heute nicht mehr.

Schulz fungierte 1980 als Vertreter des Direktionsleiters Eggersmann in Itzehoe. 1983 wurde er Leitender Direktor in Lübeck, bis er im Jahre 1987 in Pension ging. Nicht ohne Stolz erzählte er mir, dass er vom Staatssekretär ehrenvoll verabschiedet wurde.

 

Privates Glück:

Durch damalige Vorgaben innerhalb des Polizei-Regimes durfte Schulz erst ziemlich spät heiraten. 1950 war es dann so weit. Im August läuteten die Hochzeitsglocken, bevor im November das gemeinsame Zwillingspärchen das Licht der Welt erblickte.

Noch heute ist Georg Schulz glücklich verheiratet. Auch wenn seine Frau vor einigen Jahren das Augenlicht verlor, erfreuen sich beide bester Gesundheit.

 

 Schulz Interview 2017

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Flüchtling Hans Grunst

Flüchtlinge.

Diese sind nicht nur ein Thema der heutigen Zeit. Dies weiß Zeitzeuge Hans Grunst nur zu gut, denn er war selbst mal einer. Seine ursprüngliche Heimat liegt im heutigen Polen. Diese ließ er vor 70 Jahren zurück.

Hans war noch ein kleiner Junge, als er mit seinen Eltern aus Rügenwalde vertrieben wurde. Bevor die Russen einfielen, flüchteten sie mit dem letzten Schiff auf der Ostsee nach Fehmarn. Nur zu gut kann er sich noch an das laute Heulen der Sirenen erinnern, die vor Fliegerbomben warnten. Die Angst vor dem Ungewissen und der unsicheren Zukunft waren hartnäckige Begleiter.

Doch zieht er im Großen und Ganzen eine positive Bilanz: hilfsbereite und freundliche Menschen sind ihm noch in guter Erinnerung.

Hans feiert in Kürze Geburtstag. Wenn ein Mensch seit 78 Jahren auf dieser Erde lebt, dann kann er auf einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken. In seinen Erinnerungen finden sich viele schöne Momente, aber auch schmerzliche.

Hans hat seinen Lebensmut jedoch nie verloren, ist heute ein glücklicher und zufriedener Mensch. Seine Lebensweisheit: „Man muss das Beste aus allem machen. Man darf den Kopf nicht in den Sand stecken“, sagte er und lächelte. „Außerdem bin ich an einem Sonntag geboren. Und Sonntagskinder haben oftmals Glück“, ist er sich sicher.

Ich glaubte ihm sofort. Hans ist authentisch. Heute ließ er mich erneut teilhaben an seinen Erinnerungen. Wir setzten uns auf sein gemütliches Sofa, und er fing an zu erzählen.

Es ist immer wieder spannend, ihm zu lauschen. Ich habe mich bereits oft mit Hans unterhalten, und ihm fällt stets etwas Neues zu berichten ein. Vor allem der einstige „Millionär von Fehmarn“, Arwed Imiela, lässt uns dabei nie los. Dieses Thema ist noch lange nicht vom Tisch.

Nicht nur Hans, auch Arwed Imiela war ein Vertriebener aus seiner Heimat. Und nicht nur ihn, sondern auch zwei der ermordeten Frauen hatte Hans gekannt. Die einstige Verlobte, Ulrike Roland, brachte seiner Tochter sogar das Laufen bei. Nach der Verhaftung Imielas brach auch der Kontakt zu Ulrike ab.

Erst durch das Buch „Der Blaubart von Fehmarn“ änderte sich dies. Ulrike möchte uns bald wieder auf Fehmarn besuchen kommen. Darauf freue ich mich schon sehr. Noch immer beschäftigen mich viele Fragen, die ich ihr gern stellen möchte.

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